Am 29. Dezember 2015 berichtet Spiegel Online in dem Artikel "Frauen können nix...werden" über die geringe Frauenquote in deutschen Unternehmen. Im Bilderbuch "ALLES hört auf MICH! Das Bestimmer-Buch" hat die Vorstandsvorsitzende bereits eine Hauptrolle. Das Bestimmer-Spiel leistet einen wichtigen Beitrag, dass sich das "Rollenverständnis" bereits in jungen Jahren entwickeln kann. Für Jungs und Mädchen ist das gleichermaßen wichtig! Das hat eine sehr ernste Seite, aber auch eine witzige.
Dienstag, 29. Dezember 2015
Samstag, 12. Dezember 2015
Genug vom Weihnachtsmarkt...
...dann mit den Kids nichts wie Heim zu einer Runde Bestimmer-Spiel. Dazu einfach die Häuptlingsmaske downloaden und ausmalen. Wieder lochen und mit Bindfaden oder Gummi vorbereiten. Dann die beiden Masken der Vorwochen herausholen und bei Bedarf noch weitere Figuren erfinden. Schon geht es los. Viel Spaß und Tschüss!
Halt, mir fällt noch was ein. Nicht vergessen, wenn am Montag auf der Arbeit noch einer kurz vor Weihnachten die Pferde satteln will, um bereits abgesagte Projekte zum Erfolg zu führen, dann zur Steigerung der guten Laune die Illustration über die Sozialen Netzwerke an die Kollegen versenden.
Halt, mir fällt noch was ein. Nicht vergessen, wenn am Montag auf der Arbeit noch einer kurz vor Weihnachten die Pferde satteln will, um bereits abgesagte Projekte zum Erfolg zu führen, dann zur Steigerung der guten Laune die Illustration über die Sozialen Netzwerke an die Kollegen versenden.
Freitag, 11. Dezember 2015
Wieso ein Bestimmer-Buch? Hintergründe und Beweggründe jetzt im Interview, letzter Teil
Interview mit den Machern des Bestimmer-Buchs
Frage: Nun kommen wir zum letzten Themenblock dieses
Interviews. Bernd Killinger und Thomas Raif, mit ihrem Erstlingswerk drehen sie
das ganz große Rad. Sie bringen nicht nur ein Kinderbuch auf den Markt sondern
flankieren dieses auch noch mit diversen sogenannten Non-Book-Artikeln.
Außerdem machen Sie Werbung für ihre Neuerscheinung mit unterhaltsamen
Kurzcomics. Damit sind Sie besser aufgestellt, als manch professioneller
Buchverlag.
Bernd Killinger: Der Vergleich „professioneller Buchverlag“
auf der einen und unser „Startup“ auf der anderen Seite greift zu kurz. Unser
Anspruch ist es natürlich auch professionell zu sein. Was uns von den
etablierten Verlagen unterscheidet ist höchstens, dass wir als Neulinge noch
nicht so viel Erfahrung haben, wie die etablierten Verlage. Das macht sich
hauptsächlich beim Marketing bemerkbar, weil wir eben nicht über persönliche
Kontakte zu den überregionalen Medien, der großen und wichtigen Buchbloggergemeinde
und natürlich zum Buchhandel verfügen. Dieses Manko versuchen wir durch
„Kreativität“ auszugleichen. Nachdem mir Thomas immer mehr von seinen früheren
Arbeiten im „Comicstil“ gezeigt hatte, war mir klar dass wir dies auch für die
Vermarktung unseres Buches nutzen können. So ist die Idee der Kurzcomics
entstanden. Die Idee mit den Non-Book-Artikeln war Zufall, würde ich sagen.
Meine Mutter bat mich für die Geburt eines Kindes im Bekanntenkreis ein
Janosch-Poster zu besorgen. Bis dahin wusste ich überhaupt nicht, dass es von
Janosch so großartige Poster gibt, die wirklich jedes Kinderzimmer aufwerten.
Als mir Thomas dann nach und nach seine ganzseitigen Illustrationen geschickt
hatte, war mir klar, dass mein Sohn, wenn er nur kann, davon auch gerne ein
Poster in sein Zimmer hängen würde. Also haben wir beschlossen auch Poster
anzubieten. Die Idee mit den Postkarten wiederum stammt vom 300.
Stadtgeburtstag der Fächerstadt Karlsruhe. Das Badische Landesmuseum hat
wirklich witzige Postkarten mit sehr humorvollen Sinnsprüchen herausgegeben.
Sofort war klar, dass Thomas Zeichnungen mindestens dasselbe Potential haben. Was
die Lesezeichen angeht: die bastelt mir gegenwärtig immer mein Sohn. Aber sie
wissen ja, wann immer man es braucht, dann ist es gerade nicht da. Weil man nie
genug Lesezeichen haben kann, machen wir jetzt unsere eigenen und würden uns
freuen, wenn diese auch unseren Lesern Freude machen würden.
Thomas Raif: Als Neulinge auf dem Markt und eigentlich ohne Budget
war für uns klar, dass wir die Werbung irgendwie mit Bordmitteln stemmen
müssen. Die Idee mit den Comics war für uns zielführend im doppelten Sinne. Die
Verteilung kann kostenlos erfolgen und auch die Erstellung ist weit weniger
aufwendig, als es vielleicht den Anschein haben mag. Nur zum Vergleich. Für ein
Comic benötige ich beim Zeichnen nicht einmal die Hälfte der Zeit, die ich für
die Illustration einer Buchseite aufwenden musste. Außerdem darf man den
Spaßfaktor nicht vergessen. Das Zeichnen der Comics macht wirklich Laune und es
war eine gute Abwechslung. Während sich das Buch an Kinder richtet, sind die
Erwachsenen – die Käufer des Buchs - unsere Zielgruppe für die Comics. Da darf
man dann schon auch mal ein wenig Meinung machen und kann sogar
gesellschaftliche Diskussionen aufgreifen. Das hat wirklich Spass gemacht.
Frage: Ihre Euphorie wirkt ansteckend, aber mal ganz
ehrlich, ist das nicht ein wenig viel Aufwand für ein Kinderbuch. Warum haben
Sie nicht einfach einen Verlag gesucht und dort veröffentlicht, anstatt um
Marketing hätten sie sich dann bereits um die Realisierung des nächsten
Manuskripts kümmern können.
Bernd Killinger: Sie ersparen uns wirklich nichts (schnauft
tief). Ursprünglich gab es tatsächlich einmal die Idee die Manuskripte bei
einem Verlag zu veröffentlichen. Das war vor allem eine Option, als ich Thomas
noch nicht kannte und darauf gehofft habe, dass ein Verlag eines meiner
Manuskripte von einem Haus- und Hofillustrator zeichnen lassen würde. Als für
Thomas und mich dann klar war, dass wir zusammen ein Buch herausbringen, hatte
sich die Sachlage schlagartig verändert. Hätten sich ein Verlag bei uns
gemeldet, dann hätten wir natürlich dort veröffentlicht. Bis heute haben wir
noch nicht von allen angeschriebenen Verlagen eine Rückmeldung bekommen. Wir
haben also schneller ein Buch druckreif entwickelt, als mancher, auch
marktführende Verlag, in der Lage war uns eine Antwort zu schicken. Anstatt auf
die Antworten zu warten, bringen wir das Buch heraus und zwar jetzt und im
eigenen Verlag! Man könnte sagen, wir sind halt ungeduldige Gesellen. Die
Wahrheit ist, dass unsere engste Fangemeinde nicht länger bereit war auf das
Buch zu warten.
Thomas Raif: Bei einem Verlag zu veröffentlichen war für uns
tatsächlich eine Option. Gerade im Hinblick auf Marketing und Vertrieb hätte es
die Sache für uns vermutlich auch deutlich einfacher gemacht. Es war aber auch
immer klar, dass wir die Mühen der Buchproduktion nicht auf uns nehmen, um am
Ende fünf Exemplare im Bekanntenkreis zu verschenken. Wir möchten Kinder
begeistern und wenn es irgendwie geht die Erwachsenen noch mit dazu. Dass dazu
sogar unternehmerisches Engagement erforderlich sein würde, war so nicht geplant.
Aber so ist es jetzt geworden und das ist auch gut so.
Frage: Jetzt haben wir so viel über ein Kinderbuch
gesprochen, das es noch gar nicht so lange zu kaufen gibt. Sagen Sie uns doch noch zum
Schluss wann, wo und zu welchem Preis das Buch bezogen werden kann.
Bernd Killinger: Verkaufsstart für unser Erstlingswerk war am
19. Oktober. Das Buch gibt es direkt beim Bilderbuchverlag und bei Amazon.
Thomas Raif: Natürlich gibt es unser Buch auch im Buchhandel
zu kaufen. Es kostet 14,90 Euro. Eine Liste unserer Buchhandlungsempfehlungen gibt es unter www.bilderbuchverlag.eu.
Frage: Und nun noch eine letzte Frage. Verraten Sie uns
vielleicht noch, welches Buch Sie in Ihrer Kindheit am liebsten gelesen haben?
Bernd Killinger: Bei mir war das eindeutig „Die kleine Raupe
Nimmersatt“ vom wirklich ganz großen Eric Carle.
Thomas Raif: Und mich haben Lurchis-Abenteuer mit diesen
unglaublich realistischen Tierzeichnungen fasziniert.
Samstag, 5. Dezember 2015
Heute Bock auf das Bestimmer-Spiel? Dann gleich die Chefin der Chefs herunter laden!
Schon wieder ein kalter und grauer Sonntag? Den ganzen Tag backen bringt's nicht? Na dann ist wieder Zeit für eine Runde "Bestimmer-Spiel". Gleich die Vorstandsvorsitzende runter laden und mit den Kids ausmalen. Danach noch weitere Figuren erfinden und den König aus der Vorwoche herauskramen. Schon geht es los. Viel Spaß!
Und nicht vergessen: Wenn am Montag im Büro wieder Maloche bis zum Umfallen angesagt ist, dann gleich die Illustration über die Sozialen Netzwerke zur Aufmunterung an die Kollegen versenden.
Und nicht vergessen: Wenn am Montag im Büro wieder Maloche bis zum Umfallen angesagt ist, dann gleich die Illustration über die Sozialen Netzwerke zur Aufmunterung an die Kollegen versenden.
Freitag, 4. Dezember 2015
Wieso ein Bestimmer-Buch: Hintergründe und Beweggründe jetzt im Internview, Teil 2
Interview mit den Machern des Bestimmer-Buches:
Ein kostenloser Blick ins Buch ist möglich bei der Karlsruher Bücherschau und bei den Stuttgarter Buchwochen!
Frage: Nun zum zweiten Themenblock, in dem ich Ihnen
persönlich und Ihrem Marketingkonzept noch etwas auf den Zahn fühlen möchte.
Das Kinderbuch „Alles hört auf mich“ ist ihr gemeinsames Erstlingswerk. Wie kam
es dazu und wie haben sie beide zusammengefunden? Sie haben nicht nur einen
unterschiedlichen beruflichen Hintergrund sondern, das wurde bereits gesagt,
gehören auch unterschiedlichen Generationen an.
Bernd Killinger: Für meine Tochter habe ich ein Jahr
Elternzeit genommen. Wie das bei Babys halt so ist, ist sie nachts immer wieder
aufgewacht. Nachdem sie versorgt war, ist sie schnell wieder eingeschlafen,
aber ich habe oft wach gelegen. Irgendwann habe ich beschlossen diese Zeit
sinnvoll zu nutzen. Ich habe begonnen Kinderbücher zu schreiben. Meine
Manuskripte sind auf Papierresten und bei Taschenlampenlicht entstanden. Das
Niederschreiben ging oft sehr schnell, aber bis die Geschichten im Kopf fertig
war, vergingen oft viele Nächte. Die Ideen zu den einzelnen Themen waren oft schon
mehrere Monate, teilweise sogar Jahre alt. Sie stammen von meinem Sohn, der
mich entweder mit interessanten Fragen konfrontiert hat oder besonders gut auf
eine Geschichte angesprochen hat, die ich ihm aus dem Stehgreif erzählt habe.
Zu allen von mir bearbeiteten Themen habe ich auch versucht Bücher zu kaufen.
Aber oft gab es nichts passendes. Also habe ich die Bücher selbst geschrieben,
als ich die Gelegenheit dazu hatte. Rund
15 Manuskripte sind so entstanden. Zehn davon habe ich schließlich Thomas vorgelegt.
Er war mein Lottogewinn, denn zeichnen kann ich nicht. Ohne ihn wäre dieses
Buch nicht entstanden.
Thomas Raif: Man sagt ja gemeinhin, dass man über sieben
Ecken jeden kennt. So war es auch in unserem Fall. Unsere Frauen arbeiten beim
selben Arbeitgeber. Wie das so ist, haben sie sich mal wieder über ihre Männer
ausgetauscht. Die eine muss wohl gesagt haben: „Meiner schreibt“ und die andere
„meiner zeichnet“ und schon war der Kontakt hergestellt. Von da an gab es kein
Halten mehr. Über viele Wochen haben wir immer wieder Arbeitstreffen
abgehalten, aus der jeder Arbeitspakete mit nach Hause genommen hat. Wir haben
viel voneinander gelernt und trotzdem konnte sich jeder auch selbst
verwirklichen.
Bernd Killinger: Ach ja, was ich noch ergänzen muss, der
Altersunterschied zwischen uns war nie ein Thema. Thomas ist nie ganz erwachsen
geworden. Tief in meinem Inneren würde ich das auch für mich in Anspruch
nehmen. Wir passen deshalb gut zusammen und wir ergänzen uns, weil jeder etwas
einbringen kann, dass der andere nicht zu bieten hat.
Frage: Karikaturist ist ein gutes Stichwort. Ich bin ja der
Meinung, dass man den Kinderbuchzeichnungen durchaus ansieht, dass sie von
einem karikaturerfahrenen Zeichner erstellt wurden. War das so geplant?
Bernd Killinger: Diese Frage kann nur Thomas beantworten.
Mir ist an dieser Stelle jedoch wichtig zu sagen, dass ich von dem Ergebnis auf
ganzer Linie positiv überrascht war. Ich hatte zu Thomas gesagt, dass er sich
mit seinen Illustrationen verwirklichen soll. Als ich das formuliert hatte, war
mir nur klar, dass mir die allzu hübschen und teils sterilen
Mainstream-Zeichnungen überhaupt nicht zusagen. Und dann kam Thomas und legt
mir seine erste Illustration vor, die wirklich Charakter hatte. Da wusste ich,
das will ich. Das ist unverwechselbar. Außerdem hat mir gefallen, dass er
Details in die Zeichnungen aufgenommen hat, die vom Text überhaupt nicht
verlangt waren. Unter seiner Feder hat das Kinderbuch zahlreiche Facetten
hinzugewonnen. Dadurch ist das Buchprojekt gewachsen und vielschichtiger
geworden. Ach ja, was ich auch noch sagen muss. Thomas war mit seinen
Zeichnungen nie wirklich zufrieden. Er hat riesige Erwartungen an sich selbst. Ich
konnte mich immer mit den Zeichnungen identifizieren. Freigegeben haben die Illustrationen aber
allesamt mein Sohn und weitere Kids im Bekanntenkreis und die sind heute noch
begeistert.
Thomas Raif: Ich bin Autodidakt. Das Zeichnen habe ich mir
selbst beigebracht und ja, ich habe einen Faible für Karikaturen und Comics. Wenn
die Illustrationen an Karikaturen erinnern, dann kommt das also nicht von
ungefähr. Dennoch habe ich, und da lege ich Wert darauf, für „Alles hört auf
mich“ keine klassischen Karikaturen gezeichnet. Das wäre den Leserinnen und
Lesern nicht gerecht geworden. Vielmehr ging es mir darum für Kinder leicht
erfassbare und dennoch beeindruckende Illustrationen zu schaffen. Damit ein
Kind eine Zeichnung versteht, ist es erforderlich sie nicht zu überfrachten.
Ich habe deshalb ein paar charakteristische Merkmale für jede Figur definiert,
die dann zeichnerisch umgesetzt wurden. Das ist durchaus eine Technik, wie sie
auch beim Karikaturen zeichnen zur Anwendung kommt. Karikaturen werden jedoch
zumeist nur in Tusche gezeichnet. In diesem Punkt unterscheiden sich die
Illustrationen deutlich von der Karikatur. Für jedes Bild habe ich eine eigene
Farbsprache entwickelt. Die Illustration des Königs ist im Hauptfarbton golden.
Der Feuerwehrmann rot, die Vorstandsvorsitzende blau. Die Farbgebung
unterstreicht die Charakteristika der dargestellten Personen. Prunk und Pracht
beim König, Gefahr beim Feuerwehrmann und kühle Denkerin bei der
Vorstandsvorsitzenden. Die Farbgebung ist jedoch nicht nur auf der Inhaltsebene
von Bedeutung sondern auch auf der emotionalen Ebene. Sie macht die
Illustrationen zu gefälligen und beindruckenden Bildern, die von Kindern gern
angeschaut werden und dabei positive Emotionen freisetzen. Wenn Sie sagen, die
Illustrationen haben Charakter, dann freut mich das sehr. Das war tatsächlich
auch das Ziel meiner Arbeit.
Samstag, 28. November 2015
Langeweile am Sonntag? Gleich Maske herunterladen und Bestimmer-Spiel spielen
Den Kindern ist es langweilig, der Sonntag ist noch lang und niemand weiss so richtig, was man heute tun könnte? Wie wäre es mit einer Runde "Bestimmer-Spiel"? Das Spiel kennen Sie alle - es ist nämlich das älteste Spiel der Menschheit. Sie können es spielen wie immer. Sie können sich aber auch einfach dieses Bild ausdrucken und es zusammen mit Ihren Jüngsten anmalen. Danach lochen Sie zwei Löcher in die Maske und ziehen einen Faden oder ein Gummi durch. Schon ist die Maske fertig und der erste "Bestimmer" natürlich auch. Erfinden Sie ruhig noch weitere, damit das Spiel auch schön abwechslungsreich wird. Gerne können Sie die Masken aber auch sammeln. Die nächste erscheint am nächsten Samstag. Viel Spaß beim Bestimmer-Spiel!
Natürlich können Sie die Illustration auch am Montag über die Sozialen Medien an Ihre Kollegen verschicken. Vor allem, wenn kurz vor Weihnachten in einer Hau-Ruck-Aktion noch das erreicht werden soll, was das ganze Jahr schon nicht geklappt hat!
Natürlich können Sie die Illustration auch am Montag über die Sozialen Medien an Ihre Kollegen verschicken. Vor allem, wenn kurz vor Weihnachten in einer Hau-Ruck-Aktion noch das erreicht werden soll, was das ganze Jahr schon nicht geklappt hat!
Freitag, 27. November 2015
Wieso ein Bestimmer-Buch? Hintergründe und Beweggründe jetzt im Interview, Teil 1
Interview mit den
Machern des Bilderbuchs:
Frage: Bernd Killinger und Thomas Raif, herzlich willkommen
zu diesem Autoreninterview. Sie haben gemeinsam ein Bilderbuch mit dem Titel
„Alles hört auf mich“ herausgebracht. Es handelt von wichtigen
Entscheidungsträgern unserer Zeit und richtet sich an Kinder ab 4 Jahren. Was
veranlasst sie ein „Bestimmer-Buch“ zu veröffentlichen, wo viele
Entscheidungsträger offensichtlich ein Imageproblem haben, weil sie enorme
Gagen kassieren, nicht in der Lage sind die ihnen gestellten Aufgaben guten
Lösungen zuzuführen (Stichwort EU-Schuldenkrise) oder weil sie persönlich
Schwächen zeigen (Stichwort Korruptionsvorwürfe gegenüber FIFA-Funktionäre).
Bernd Killinger: Wir haben natürlich kein Buch über die
Schuldenkrise oder die charakterliche Eignung von Spitzenfunktionären gemacht. Das
läge uns fern. Uns geht es um etwas ganz anderes. Mein Sohn, der jetzt sechs
Jahre alt ist, kam vor zwei Jahren aus dem Kindergarten nach Hause und hat sich
von Mama eine Verkleidungskiste gewünscht. Mit Freunden hat er dann immer
verkleiden gespielt. Mal war er Feuerwehrmann, mal Pirat und mal Häuptling.
Natürlich ging es nur vordergründig ums Verkleiden. Hauptsächlich ging es im
Spiel mit Freunden darum, wer heute das
Sagen hat, wer also der „Bestimmer“, so haben es die Kinder selbst genannt, war.
Dieses Spiel, ich behaupte, dass es vermutlich zu den ältesten Spielen der Welt
gehört und seit Menschengedenken besteht, habe ich bereits in meiner Kindheit
gespielt und bei Thomas, der ja noch eine Generation älter ist als ich (lacht),
war es genauso.
Thomas Raif: Jede Zeit hat ihre Bestimmer. Die sind mal
besser und mal schlechter. Darum geht es in unserem Buch aber gar nicht. In
unserem Bilderbuch geht es vielmehr darum, dass Menschen in einer Gesellschaft
und insbesondere im Berufsleben eine bestimmte Rolle übernehmen. Fast immer
kommt es zu mehr oder weniger starken hierarchischen Zuweisungen mit dem
Ergebnis, dass einer „bestimmt“, das ist der klassische Entscheidungsträger,
und die anderen folgen und umsetzen. Wir Erwachsenen haben dies verinnerlicht.
Kinder müssen diese Rollen jedoch erst erlernen und einstudieren. Dabei hilft
dieses das Bestimmer-Spiel und unser Buch.
Frage: Im Buch werden insgesamt zehn Bestimmer genannt.
König, Pirat, Kommandeur, Oberbürgermeisterin, Richter, Vorstandsvorsitzende,
Kapitän, Feuerwehrmann, Handwerksmeister und Häuptling. Mir fallen noch weitere
wichtige Entscheidungsträger ein, die nicht berücksichtigt sind: der
amerikanische Präsident, der Chef der Europäischen Zentralbank, die Scheichs
der OPEC. Warum werden diese nicht genannt? Interessieren würde mich auch noch,
warum ein Häuptling aufgeführt ist, der bekanntlich seine Wurzeln nicht in
Europa hat und auch in Nordamerika im Rahmen der Besiedelung entmachtet wurde
und ein Handwerksmeister, der gefühlt bei weitem nicht annähernd über einen
vergleichbaren Einfluss verfügt, wie die anderen Akteure.
Bernd Killinger: Die Liste der ausgewählten Bestimmer hat
sich mehr oder weniger aus dem Spiel meines Sohnes hergeleitet. Sie folgt keinen wissenschaftlichen Kriterien.
Dennoch ist sie nicht willkürlich. Es sind die Bestimmer aufgelistet, die
Kindern ab 4 Jahren geläufig sind und auch wenn es in Europa keine Häuptlinge
gab, so ist der Häuptling doch zentraler Bestandteil der Gedankenwelt unserer
Kinder. Machen wir uns nichts vor. Für unsere Kinder ist er sogar noch viel
wichtiger als die Vorstandsvorsitzende. Das Gleiche gilt übrigens auch für den
Handwerksmeister, der bei unserem Nachwuchs eine sehr hohe Anerkennung genießt.
Hätten Sie nicht mir, sondern meinem Sohn diese Frage gestellt, ich vermute,
der hätte sie auf eine Art und Weise gerade gerückt, dass sie sich wundern
würden. Der Meister ist nicht nur aufgrund seiner wertgeschätzten fachlichen
Qualität ein echtes Vorbild für unsere Kinder, sondern vermutlich auch, weil
tatsächlich viele Papas Meister sind. Er ist quasi der Held zum Anfassen, was
man von König und Pirat ja nicht gerade sagen kann.
Thomas Raif: Die großen Zeiten von König, Pirat und
Häuptling sind tatsächlich vorbei. Gerade diese Figuren sind jedoch bis heute
die Lieblingsfiguren der Kinder beim Bestimmerspiel. Man kommt an ihnen einfach
nicht vorbei. Und ganz ehrlich, auch viele Erwachsene sind von diesen Figuren
fasziniert. Die Mischung aus drei historischen und sieben aktuellen Bestimmer
ist deshalb eine gute Mischung. Ansonsten kann ich nur eins sagen, wer nach dem
Kauf des Buches noch „Bestimmer“ vermissen sollte, der kann uns ja eine E-Mail
schreiben. Wer weiss, vielleicht nehmen wir den einen oder anderen bei einer
Neuauflage des Buches mit auf (Thomas Raif und Bernd Killinger lachen).
Frage: Das Buch endet mit einer Doppelseite, in der sieben
Spielregeln für das Bestimmer-Spiel vorgestellt werden. Was hat es damit auf
sich?
Bernd Killinger: Auch dieser Teil war im Ur-Manuskript noch
nicht enthalten. Er kam erst im Rahmen der ersten Korrekturphase hinzu. Eine
gute Freundin hat nach Durchsicht des Manuskriptes zu mir gesagt: „Bernd, das
ist alles schön und gut und natürlich spielen auch meine Kinder König, Meister
und Bestimmer. Was mir jedoch fehlt ist der Hinweis, dass zu Hause, wenn das
Spielen vorbei ist, die Mama das Sagen hat.“
Mit dieser Doppelseite wurde dieser und andere Wünsche aufgegriffen und
in einen Kontext gestellt. Auch Thomas hatte einen sehr wichtigen Einwurf. Er
verwies darauf, dass jeder König natürlich auch ein Volk – die Untertanen –
braucht. Seit Jim Knopf wissen wir, dass das Volk sehr klein sein kann. Der
König von Nimmerland hat gerade einmal vier Untertanen. Aber ohne Untertanen
geht es nun mal nicht. Auch das wurde auf dieser Doppelseite aufgegriffen.
Thomas Raif: Für das Bilderbuch hätte das zu weit geführt,
aber im Rahmen dieses Interview halte ich es für durchaus interessant: Leader
brauchen follower, sonst funktioniert das Konzept eines hierarchischen
Miteinanders nicht. Wie schwierig es ist, wenn es auf der einen Seite klare
hierarchische Strukturen gibt und auf der anderen Seite nicht, sieht man am
Beispiel des Häuptlings. Indianerstämme sind keineswegs immer hierarchisch
organisiert. Das Gegenteil ist sogar der Fall. In Indianerstämmen wurde der
Großteil aller wichtigen Entscheidungen von einer Gruppe – ein Ältestenrat oder
ähnliches – im Konsensverfahren getroffen. Ebenso weit verbreitet war, dass für
einzelne Bereiche, z. B. die Jagd ein Anführer gewählt wurde, der jedoch nur
für die begrenzte Zeit der Jagd mit besonderen Befugnissen ausgestattet wurde.
Als nun die Siedler aus Europa nach Nordamerika kamen, haben sie versucht große
Landflächen von den Ureinwohnern „abzukaufen“. Für die Verkaufsverhandlungen
brauchte es natürlich Verhandlungsdelegationen und zwar auf beiden Seiten. Bei
den Siedlern gab es klare hierarchische Strukturen. Es war klar, wer am Tisch
sitzen würde. Auf der Seite der Ureinwohner war das oft nicht der Fall. Die
Siedler haben deshalb oft kurzerhand einen „Häuptling“ ausgedeutet. Meistens
war das eine Person, von der sie glaubten, dass sie das Besprochene im Stamm
durchsetzen kann. Das ist ein Aspekt, von dem ich mir wünschen würde, dass ihn
zumindest die erwachsenen Leser im Hinterkopf behalten und wenn die Zeit reif
ist, dann auch mit ihren Kindern thematisieren.
Frage: Bevor wir zum nächsten Themenblock kommen, noch eine
kleine Frage zum Abschluss der ersten Fragerunde. Im Buch erklärt jeder
Bestimmer, wie er in englischer Sprache heißt. Warum?
Bernd Killinger: Das ist schnell gesagt. Ich spreche mit
meinen beiden Kindern nur Englisch. Für meinen Sohn ist der König deshalb schon
immer der King, der Häuptling der chief und der Kapitän der captain. Ich hielt
es einfach für eine witzige Idee, dieses Element mit in das Buch aufzunehmen.
Kinder lernen so leicht und spielerisch und gerade die englischen
Begrifflichkeiten saugen sie oft mit größter Freude auf. Die Freunde meines
Sohnes jedenfalls amüsieren sich immer köstlich, wenn die englischen Begriffe
verwendet werden.
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